Gokyo Ri

Trek

Von der Planung bis zur Spitze des Gokyo Ri's.

Hier findet Ihr Details zu unserer Route und Bilder aus der wunderbaren Himalaya Region.

 
 
 

Am Anfang eines Treks sollte man sich folgende Fragen stellen:

  • Was möchte ich sehen?

  • Wieviel Zeit habe ich?

  • Wieviel Geld möchte ich ausgeben?

  • Wie fit bin ich und in welchen Höhen möchte ich wandern?

Die Touren lassen sich am bequemsten vor Ort in einer der zahlreichen Agenturen in Kathmandu oder Phokara buchen. Dazu sollte man sich einen Nachmittag Zeit nehmen und sich ausführlich beraten lassen (und natürlich vergleichen).

Vorbereitung

Route

Diesen Trek durften wir mit unseren lieben Freunden Deborah und Beda, welche uns aus der Schweiz besuchten, machen. Wir wollten schon immer den Everest sehen aber wenn möglich den grossen Menschenmassen aus dem Weg gehen und die Natur in Ruhe erleben. Bei unserer Internetrecherche entdeckten wir den Gokyo Ri Trek; einer der schönsten Aussichtspunkte der Everest Region mit Blick zu den höchsten Gipfel dieser Welt, tolle Bergseen auf dem Weg und ein Gletscher als weiteres Naturspektakel. Dadurch, dass sich Gokyo im Nebental zum Everst Base Camp Trek befindet, hat es wesentlich weniger Touristen und der Blick zum Everest ist bei klarem Wetter (Oktober / November) einer der Besten.

Die empfohlene Dauer des Treks beträgt 12 Tage. Aufgrund der beschränkten Zeit  mussten wir ihn auf 10 Tage kürzen, was in unserem Falle jedoch sehr gut funktioniert hatte.

Es gibt die Möglichkeit, mittels Jeep oder als mehrtagiger Trek zu Fuss nach Lukla zu reisen. Die schnellere und auch gängigste Variante ist per Kleinflugzeug von Kathmandu nach Lukla zu fliegen. Die Agency kann die Flüge mitbuchen, was sich auch finanziell lohnt. Beim Flughafen Lukla handelt es sich um einer der gefährlichsten Flughafen der Welt, weil die Landebahn sehr, sehr kurz ist. Umso spektakulärer ist der Anflug.

Flug

Erfahrungsbericht* 28.10 - 08.11.18

Tag 1 Lukla 2'840m - Phakding 2'610m

 

Unser Trek beginnt mit der Abholung durch Devi von der Agentur, in unserem Hotel in Kathmandu. Anschliessend holen wir unsere Freunde im Flughafenhotel ab. Die Wiedersehensfreude ist riesig. Noch eine kurze Umarmung und dann schnell unsere wichtigsten Dinge, die nicht auf den Trek mitgehen, deponieren. Denn es gilt max. 10 Kg  Check-In / 5 Kg Handgepäck im Flug nach Lukla. Zwei Sherpas tragen je einen Rucksack mit 20 Kg und dazu begleitet uns ein Guide. Wir empfehlen, auf dieser Höhe auf Sherpas und die organisatorische Hilfe durch einen Guide zurückzugreifen. Der Trek ist aber auch ohne Hilfe zu bewältigen.

In der Wartehalle des Flughafens wird klar, unser Flieger wird nicht wie geplant abheben. Nach mehrfachem Nachfragen wird uns mitgeteilt, dass wir in 20 min fliegen. Weiterhin ohne Auflistung in der Abflugliste, gehe ich nochmals nachfragen und erfahre; Wir müssen jetzt los! Die Schalterangestellte winkt uns durch. Verwundert, dass unser Flug nie aufgelistet oder ausgerufen wurde, steigen wir in einen Minibus, welcher gerade Mal Platz für 4 Personen hat. 

Beim Flugzeug angekommen scheint es, als hätten wir den kleinsten Flieger überhaupt erwischt. Beim Einsteigen geht dann alles ganz schnell. Mit nur 5 Passagieren und reichlich Proviant und Gepäck auf den anderen Sitzen, heben wir ab. Auf der linken Seite erblicken wir bald das erste Mal die spektakuläre Bergreihe des Himalayas. Ein direkter Blick in- und durchs Cockpit offenbart uns nach nur 40 min, die eher zu kurz geratene Landebahn des Flughafen Lukla's und die dahinter gelegene Bergwand die schnell auf uns zukommt. Bevor wir überhaupt Zeit haben, uns über die Gefahren des Anflugs bewusst zu werden, setzen wir auch schon mit einem starken Linksdrall auf. Die Piloten korrigieren gekonnt, drosseln das Tempo und kurven zur Parkposition. 

Am Tor empfängt uns unser Guide Bushan herzlich mit den beiden Porter (Sherpas) Buddha und Dawa. Nach einem kurzen Frühstück und der Aufteilung des Gepäcks, geht es bereits in Richtung Phakding los. Die erste Etappe geht über teils grossen Stufen auf ca.

2'600 m runter. Nicht sonderlich überraschend sind die vielen Touristen, die unter anderem zum Everest Base Camp wollen. Immer wieder kreuzen wir auch Herden von Maultieren mit Material, sowie Porter mit Gepäckstücken unterschiedlichster Grössen.

Am späteren Nachmittag erreichen wir unsere erste Unterkunft in Phakding. Unser Zimmer ist sehr einfach; 2 Einzelbetten mit je eine Decke und ein kleines Fenster. Es gibt einen grossen Essraum, welcher abends über einen kleinen Ofen beheizt wird. Bereits bei der Ankunft durften wir unser Abendessen bestellen. Die meisten Karten beinhalten die gleichen Gerichte: Dal Bat, Momos, Curry's, Nudeln, Pizzas und Desserts wie Apfelkuchen (frittiert). Nach dem Essen und ein Paar Runden Brändi Dog, gehen wir bereits früh ins Zimmer, da der Ofen nicht mehr eingeheizt wird. Und nach 21.00 Uhr abends wird es in ganz Nepal sehr Still.

Flughafen Lukla
Mardi Himal & Gokyo Ri-44.jpg
 

 

Morgens um 07.00 Uhr laufen wir los. Mit uns auch viele weitere Touristen. Die Wanderung führt uns stetig leicht auf und ab und schon bald erblicken wir den Thamserku mit 6'608 m. Die frühe Mittagspause in Bangkar lässt nicht lange auf sich warten. Kurz danach stehen wir am Eingang des Nationalparks (wieder mit vielen anderen Touristen) und warten rund eine halbe Stunde. Als wir den Eingang passieren, geht es nach einem kurzen Abstieg zur imposanten Larja Brücke, welche sich, mit wehenden Gebetsfahnen eingedeckt, über fast 100 m Abgrund erstreckt. Nach ein paar Fotos machen wir uns an den Anstieg, denn es stehen uns noch rund 600 Höhenmeter bevor. Bei einem kurzen Blick Richtung Himmel beim Everest View Point wird klar; es ist zu bewölkt, also ziehen wir gleich weiter, um nicht der Kälte ausgesetzt zu sein. Auf Höhe des Checkpoints erhaschen wir einen ersten Blick auf Namche Bazar. In Namche angekommen, sind wir erleichtert und froh -auch weil wir ein Zimmer mit unerwartet viel Luxus haben (eigene Toilette mit Klositz).

 

Tag 2 Phakding 2'610 m - Namche Bazar 3'440m

Larja Brücke
 
Everest View Point

 

Der heutige Tag steht im Zeichen der Akklimatisierung. Wir starten frühmorgens um das Dach der Welt am Everest View Point zu sehen. Unterwegs sehen wir zwei Einheimische, die einen Transformator mit rund 2 Tonnen nur mit Hebelwerkzeugen, Rolli und Seilen in Richtung Namche Bazar die Treppe hinunter bringen. Eine etwas andere Arbeitsweise, als die, die uns bekannt ist. 

Beim Hochlaufen spüren wir mehr und mehr die Höhe, die auch mehr Atemzüge für weniger Schritte erfordert. Oben angekommen gönnen wir uns eine ganze Kanne Kaffee mit einem ersten wahnsinns Blick auf den Everest. Es ist ein schönes Gefühl, dem höchsten Berg der Welt so nahe zu sein. 

Mittags sind wir bereits wieder unten und geniessen japanisches Essen. Ja, japanisch! Auch weil wir auf dem Mardi Himal Trek immer wieder Dal Bat gegessen hatten, sind wir froh über diese Abwechslung. Und es ist unglaublich lecker! Danach gönnen wir uns einen Kaffee Baileys, waschen unsere Kleider (ja die haben sogar Waschmaschinen und Trockner hochgetragen) und heben nochmals genügend Geld ab (hier gibt es zwei Geldautomaten). 

Trekken in der Everest Region ist nochmals etwas teurer als in der Annapurna Region und auf dem Mardi Himal Trek. Auch dieser Abend endet früh um ca. 21.00 Uhr. Der Ofen wurde nicht mehr eingefeuert und deshalb begeben wir uns in unsere Zimmer.

 

Tag 3 Namche 3'440 m - Everest View Point 3'800 m - Namche 3'440 m 

Everest View Point
 

 

Um den Massen etwas zu entkommen, starten wir heute vor 07.00 Uhr. Der Weg ist anfangs noch der Gleiche, wie für die Wanderer welche in Richtung Everest Base Camp gehen. Gerade dieser Weg bietet uns in den frühen Morgenstunden immer wieder einen direkten Blick auf  Everest, Nuptse und Lotse. Umso schöner wird es, als wir vor uns eine Yak Herde haben, die uns bis zur Kreuzung begleitet, an welcher sich die Wege nach Gokyo und Everest trennen.

Nun geht der Weg mit direkter Sonneneinstrahlung rund eine Stunde stark ansteigend nach Mong auf rund 3'900 m hoch. Sichtlich erleichtert gönnen wir uns oben angekommen einen Tee. Beim bezahlen hören wir einen Mönch schöne Gebetstexte aufsagen "Om mani padme hum" was im tibetischen Buddhismus das Mitgefühl ausdrückt. 

 

Auf dieser Höhe werden die sinkenden Temperaturen und der teils starke Wind zur Herausforderung. Die Wechselbeziehung zwischen der angenehmen Wärme der Sonne, dem Schwitzen durch die Anstrengung und den starken, kalten Winde erfordern ein stetiges Wechseln der Kleiderschichten. Leute die stärker schwitzen sollten genügend Kleider zum wechseln und zusätzliche trockene Schichten immer griffbereit haben. Entsprechend kommt Fabienne auch wegen dem schnellen Lauftempo immer wieder ans Limit. Nach Mong geht es rund 300 m steil hinunter. Nach einem kurzen Mittagessen dann erneut wieder rund 600 m steil hinauf, bis nach Dole. Wir haben uns aufgeteilt und entsprechend gehen die Porter jeweils mit jemanden mit, damit keiner von uns alleine laufen muss. Buddha ist mit mir alleine und mir wird zum ersten Mal bewusst, wie sehr sich die Sherpas immer an unsere Geschwindigkeit anpassen müssen, ob sie das wollen oder nicht. Und das trotz rund 20-25 Kg Material welches sie tragen. Wenn wir nachfragen, sagen sie immer, es sei alles in Ordnung. Als wir  weiterbohren, wird klar, sie dürfen dem Kunden nicht widersprechen, sonst kriegen sie keine Aufträge mehr. 

Als ich dann anhalte und Buddha die Anstrengung ins Gesicht geschrieben steht, merke ich wie froh auch er ist, dass wir eine Pause einlegen.

Wir erreichen Dole erschöpft und spüren ein Mal mehr den kalten Wind auf 4'000 m. Höhe. Hier gönnen wir uns erneut eine warme Dusche (mit Gas beheizt), welche draussen in einem kleinen Raum mit einfacher Holzverkleidung und einem Glasfaser-Welldach betrieben wird. Bei einem gemütlichen Essen lassen wir den Tag ausklingen.

 

Tag 4 Namche 3'440 m - Dole 4'020 m

Yak's
Schlafzimmer Teahouse
 

 

Tag 5 Dole 4'020 m - Macchermo 4'470 m

 

Dieser Tag ist sehr kurz und dient erneut der Akklimatisierung. Am Vorabend haben wir noch länger darüber diskutiert, ob wir direkt nach Gokyo sollen. Aufgrund der ersten Symptome von Höhenkrankheit in unserer Gruppe, wie Kopfweh, Übelkeit und Appetitlosigkeit, haben wir uns entschieden, nur bis Macchermo zu gehen. Es war eine gute Entscheidung. Nach zwei Stunden leichtem aufwärts gehen, sind wir bereits in Macchermo angekommen. Begleitet vom stetigen Blick in Richtung der majestätischen Berge, die immer näher kommen. Die Sonne strahlt in den Esssaal und wir geniesssen die angenehme Wärme mit tollem Essen in der "Peaceful Lodge". Genau das, was wir brauchen. Am Nachmittag gehen wir etwas in die Höhe, um die Akklimatisierung zu begünstigen. Fabienne und Deborah gehen nach 150 Höhenmeter züruck zur Lodge, während Beda und ich in gute Gespräche verstrickt bis auf 4'800 m hoch gehen. Trotz Nebel und Wind fühlen wir uns gut und gehen kurz vor Sonnenuntergang zurück.

Einmal mehr gehen wir um ca. 21.00 Uhr in unsere kalten Zimmer. Weil die Toilette draussen ist, entwickelt man immer mehr Strategien, um nachts möglichst wenig aufstehen zu müssen. Auch die Partneraktivitäten reduzieren sich aufgrund der weit auseinander stehenden Betten und der stetigen Kälte auf ein Minimum. 

Wer an diesem Punkt den Honeymoon im Himalaya plant, sollte sich das nochmals gut überlegen. ;)

Porter / Sherpa
Esssaal Macchermo
 

 

Auch dieser Tag ist eher etwas kürzer aber wieder steht uns ein teilweiser steiler Anstieg bevor. Nach nur einer halben Stunde machen wir bereits wieder Teepause. Viel trinken heisst es, um möglichen Symptomen entgegenzuwirken. Bei mir machen sich die ersten Magenverstimmungen breit, die ausgelöst vom Essen oder Tee immer wieder Schmerzen verursachen. Wir merken, dass wir diese Leiden abwechselnd teilen. 

Der Anstieg steht bevor und mit uns versuchen verschiedene Gruppen, den letzten Teil nach Gokyo hinter sich zu bringen. Die Treppen sind teils sehr steil und immer wieder kreuzen wir Herden von Yak's. Dies gibt uns jedoch die Chance eine kurze Pause einzulegen und die wunderbare Umgebung, in welcher wir uns seit Tagen befinden, zu geniessen. 

Bei der Brücke angekommen sehen wir den ersten See der Gokyo Lakes, die ein strahlendes Türkisblau aufweisen. Dahinter sehen wir das erste Mal, wo sich der Gokyo Ri befindet. "Ein ganzes Stück nochmal bis zum Aussichtspunkt" denke ich mir und möchte nur noch im Teahouse ankommen. 

Wir sind überrascht von den Häusern, welche hier wieder eine etwas bessere Bausubstanz aufweisen und welche wieder mehr Wärme versprechen. Aufgrund der anderen Treks über die umliegenden Pässe, gibt es hier mehr Touristen und somit mehr Häuser. Nach einem kurzen Mittagessen, das besonders wenig Salz gesehen hat, machen wir uns zu dritt auf den Weg, um den Gletscher zu besichtigen.

Nur ca.100 m höher haben wir einen fantastischen Blick auf den Ngozumpa Gletscher, welcher mit rund 36 km Länge als längster des Himalays gilt. Der Gletscher ist komplett mit Geröll eingedeckt. Durch die aufsteigenden Wolken sieht man kurz den Cho Oyu, mit rund 8'201 m. In Richtung Gokyo gibt es einen wunderbaren Blick zum See, welcher durch die Wolken in eine mystische Stimmung getaucht wird. 

Wir haben gesehen, dass es hier eine Bäckerei gibt und uns deshalb entschieden, uns einen guten Kaffee und tolles Gebäck in der höchsten Bäckerei der Welt (so zumindest auf der Tafel geschrieben) zu gönnen. Es ist ein wunderbarer Nachmittag mit der Sonne im Nacken, halbwegs gutem Gebäck und tollem Kaffee.

Mit entsprechend wenig Hunger gehen wir dann wieder zurück zu unserer Unterkunft und essen mit sichtlich wenig Appetit eine kleine Suppe (wieder ohne Salz).

Der Plan für den morgigen Tag sieht vor, dass wir bereits um halb 5 loslaufen sollen, um den Sonnenaufgang zu sehen. Sichtlich müde und wenig begeistert von der Kälte des bereits erlebten, nächtlichen Aufstieg am Mardi Himal, entscheiden sich Fabienne und ich, erst um 6 loszulaufen, deshalb trennen wir uns. Deborah und Beda möchten den Sonnenaufgang nicht verpassen, was wir verstehen. Wir geben Ihnen allerdings unsere Kamera mit.

 

Tag 6 Macchermo 4'470 m - Gokyo 4'790 m

Gokyo
Ngozumpa Gletscher
 

 

Der Tag begann für mich um 1.00 Uhr morgens, als ich immer wieder zur Toilette rennen musste und nicht wusste, ob ich mich übergeben muss oder doch wieder Durchfall bekomme. War es die Bäckerei oder das wenig schmackhafte Essen unserer Unterkunft? Man kann nur Vermutungen anstellen. Als ich immer wieder draussen in der Kälte stehe, um etwas frische Luft zu schnappen, sehe ich bereits um 04.00 Uhr morgens Leute, die einer grosse Lichterkette bildend, bereits fast ganz auf dem Gokyo Ri sind. "Die werden lange frieren bis die Sonne kommt" denke ich mir.

Nach dieser Nacht mit sehr wenig Schlaf entscheiden wir uns, erst um 07.00 Uhr loszulaufen. Wir sitzen beide noch, mit sichtlich unruhigem Magen vor dem Feuer und wärmen uns auf. 

Als wir langsam loslaufen, übermannen mich immer wieder Übelkeit und Schwindel. Ich bin den Tränen nahe, weil wir soweit gewandert sind und es scheint, als würden wir das Ziel vor Augen nicht erreichen können. Wir entscheiden uns für eine längere Pause von rund 30 min. Ziemlich zu Beginn des Weges hatte sich bereits jemand aus einer anderen Gruppe übergeben. Diese Person hat wohl die gleichen Probleme oder verträgt die Höhe nicht. Trotzdem sehen wir sie später immer wieder weitergehen.

Ich wollte unbedingt nach oben, auch weil ich für meine kürzlich verstorbene Mutter Gebetsfahnen spannen wollte. Wir gehen weiter, jedoch sehr, sehr langsam. Mehr und mehr spüren wir die unglaubliche Anstrengung der Höhe, die nur durch langsames Laufen und zwei Atemzüge pro Schritt kompensiert werden kann.

Und dann endlich,wir erreichen den Gokyo Ri! Übermannt von den tollen Gefühlen umarmen wir unsere Freunde, die extra nochmals gewendet haben und mit uns nach oben gekommen sind. Weil sich die Aussicht kaum beschreiben lässt, lassen wir hier die Bilder sprechen.

Wir können vier 8' sehen: Everest, Lhotse, Makalu und Cho Oyu. 

Die Sonne scheint, es ist windstill und wir bleiben über zwei Stunden oben. In Gedenken an meine Mutter spannen wir die Gebetsfahnen und halten kurz inne.

 

Tag 7 Gokyo 4'790 m - Goyko Ri 5'364 m Gokyo 4'790 m

Gokyo Ri
Gokyo Ri
 

 

Noch immer verarbeiten wir in Gedanken die wunderbaren Bilder des gestrigen Tages. Noch einen Schluck Tee, die Rechnung in den handgeschriebenen Büchern kontrollieren, zusammen packen und los geht's. Wir gehen heute den gleichen Weg zurück; über Macchermo nach Dole. 

Ein letzter Blick ins Tal, bevor es wieder die steilen Treppen hinunter geht - wunderschön.

Wir haben uns bereits in den Kopf gesetzt, erneut die wunderbaren Spring Rolls (sehen aus wie frittierte Samosa) der Peaceful Lodge zu geniessen. 

Nach dem kurzen Halt gehen wir direkt weiter nach Dole. Gefolgt auf einen kleinen Anstieg geht es nun stetig hinunter. Etwas ermüdet erreichen wir Dole und auf unseren Wunsch hin übernachten wir dieses Mal in einer anderen Unterkunft, weil wir vermuten, dass hier die Magenverstimmungen ihren Ursprung gefunden hatten. 

Wir gönnen uns seit dem Aufstieg in Dole das erste Mal wieder Alkohol und kaufen eine kleine Flasche nepalesischen Rum, welchen wir in unseren Tee geben und mit Zucker etwas versüssen. Dabei stossen wir auf den erfolgreichen Aufstieg an und geniessen den Abend zu viert.

 

Tag 8 Gokyo 4'790 m - Dole 4'020 m

Auf dem Weg zu Gokyo
 

 

Die letzten beiden Wandertage werden sehr anstrengend, weshalb wir früh aufstehen. Auch weil die Nacht in Dole, wie bereits schon beim Aufstieg, definitiv die kälteste war (Zimmertemperaturen von -1 C°). In Richtung Portse geht es steil hinunter, wir gehen Schritt um Schritt und machen in Phortse angekommen eine kurze Teepause. Alle schauen in Richtung Mong hoch - es steht uns ein steiler Anstieg von 400 Höhenmeter bevor. An diesen haben wir die letzten Tage schon oft gedacht.

Wir warten nicht lange und gehen in langsamen, aber stetigen Tempo zu zweit nach oben. Beda und Deborah ziehen an uns vorbei und geniessen die erneute Herausforderung mit erhöhter Geschwindigkeit. 

Erleichtert angekommen zu sein, sehen wir, wie andere Leute sichtlich mit der Höhe und den Anstrengungen zu kämpfen haben. 

Weil es erst 11.00 Uhr ist, wir noch keinen Hunger haben und weil wir uns wieder auf die abwechslungsreiche Küche in Namche freuen, ziehen wir gleich weiter.

Kurz vor Namche halten wir bei einer Bäckerei und kaufen unseren Porter einen Apfelkuchen als Dank für die tolle Unterstützung. 

In Namche angekommen, freuen wir uns erneut auf das japanische Restaurant, welches wir beim Aufstieg entdeckt haben. Und natürlich darf auch der Kaffee Baileys nicht fehlen. Im Kaffee sehen wir unsere Porter und unseren Guide vorbei laufen und laden sie gleich mit ein. Es wird ein lockerer und lustiger Nachmittag mit tollen Getränken in einem warmen Kaffee. Inklusive Erinnerung mit Mützen aus dem Lokal.

 

Tag 9 Dole 4'020 m - Namche 3'444 m

Mount Everest
Handy Gokyo-5.jpg
 

 

Der letzte Wandertag wird zugleich der längste. Beim Abstieg von Namche Bazar haben wir einen kurzen, letzten Blick auf die 8000 vom tiefer gelegenen Everest View Point. Wir passieren all die schönen Orte und Brücken des Hinwegs etwas schneller. Sichtlich ermüdet und leicht schwindlig erreichen wir Phakding, wo wir unser Mittagessen bestellen. Zuletzt hatten wir beim Aufstieg hier geschlafen. 

Ab Phakding geht es nochmals rund 400 m nach oben, was mich allem voran sehr fordert, weil es mir nicht so gut geht - erneut Probleme mit Schwindel. 

Langsam, aber stetig erreichen wir am späteren Nachmittag Lukla und freuen uns auf das letzte gemeinsame Abendessen mit der ganzen Gruppe. Geschafft!

Das erste Mal sitzen wir alle gemeinsam da (In den meisten Teehäusern durften die Sherpas nicht mit uns essen - local rules). Wir laden Porter und Guide zum Essen ein und auch Alkohol darf gemäss den Locals nicht fehlen. Unsere Porter haben eine ganze Flasche Rum bestellt und wollen uns immer wieder einschenken. Es herrscht eine lustige und lockere Atmosphäre und wir kaufen im Gegenzug auch eine Flasche, halten uns aber etwas zurück mit trinken, weil morgen unser Flug geht. Unser Guide setzt sich neben mich und kommt mir dabei ziemlich unangenehm Nahe. Und schwups, Bushan rutscht auch unter die Decke von Fabienne und mir (der Ofen funktioniert leider nicht). Wir freuen uns auf unser Bett und ich mich, dass ich wieder aus den Fängen unseres Guides gekommen bin. ;)

 

Wir hatten eine tolle Zeit mit einem tollen Guide und zwei sehr zuvorkommenden Portern, die wir gerne in Erinnerung behalten. 

 

Auch ein Dankeschön an Devi, von Adventure International Trekking (P) Ltd. eine Agentur, welche wir sehr für Trekkings in der Everest Region empfehlen können. Untenstehend der Link zur Webseite.

Ich hoffe ihr hattet Spass beim Lesen und wir konnten euch einen guten Einblick in die wunderbare Gegend des Gokyo Ri's geben. :)

*Alle Angaben beruhen auf unserer Erlebnissen oder Informationen welche wir auf dem Trek erhalten haben. Alle Angaben ohne Gewähr.

 

Tag 10 Namche 3'444 m - Lukla 2'840 m

Flugticket nach Kathmandu
 

Bildersammlung Goyko Ri

 

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©2018 by Fabienne und Daniel